|

Blog

15
März

Schalom aus Jerusalem: Jüdisches Leben live im Klassenzimmer der John-F.-Kennedy-Schule!

Einen besonderen Einblick in das jüdische Leben erhielten am 11. März 2026 die Schülerinnen und Schüler der Förderstufenklassen 5aF und 6cF der John-F.-Kennedy-Schule in Bad Vilbel. Im Rahmen des Ethikunterrichts nahmen die Klassen von Frau Jung-Schmidt und Frau Eser an einem rund 90-minütigen digitalen Bildungsprojekt teil, bei dem sich der Referent Yair Ben Yehuda live aus Jerusalem per Zoom zuschaltete.

Die Veranstaltung war Teil eines Bildungsangebots der Lea Fleischmann Bildungsprojekte, das in Kooperation mit dem Wetteraukreis organisiert wurde. Insgesamt konnten nur fünf Schulen an diesem besonderen Projekt teilnehmen – darunter auch die John-F.-Kennedy-Schule.

Möglich wurde diese besondere Begegnung durch die digitale Ausstattung der Schule. Über die interaktiven Tafeln konnten die Schülerinnen und Schüler den Vortrag direkt im Klassenzimmer verfolgen und mit dem Referenten in Israel in den Austausch treten. Schnell wurde deutlich, wie sehr moderne Technik neue Formen des Lernens ermöglicht. Jerusalem war für die Klassen plötzlich nur einen Mausklick entfernt.

Ben Yehuda vermittelte den Kindern auf anschauliche und kindgerechte Weise zentrale Aspekte des jüdischen Glaubens und des Alltags. Dabei zeigte er unter anderem eine echte Thorarolle, erklärte das jüdische Glaubensbekenntnis „Schma Israel“ und stellte religiöse Gegenstände wie Gebetskapseln (Tefillin) sowie die Mesusa vor, die an den Türpfosten jüdischer Häuser angebracht wird. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren außerdem, dass die Thora insgesamt 613 Gebote und Regeln enthält und bis heute eine zentrale Grundlage jüdischen Lebens bildet.

Immer wieder stellte der Referent auch Bezüge zu anderen Religionen her. So erklärte er, dass Judentum, Christentum und Islam den Glauben an einen einzigen Gott teilen und viele religiöse Traditionen miteinander verbunden sind.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war der Schabbat, der jüdische Ruhetag. Anhand persönlicher Erlebnisse aus Jerusalem schilderte Ben Yehuda, wie sich die Stadt am Freitagabend verändert: Geschäfte schließen, Familien bereiten gemeinsam das Festmahl vor und zwei Kerzen markieren den Beginn des Ruhetages. Ein kurzer Film über eine jüdische Familie veranschaulichte zusätzlich die Traditionen rund um den Schabbat.

Neben religiösen Inhalten berichtete der Referent auch aus seinem eigenen Lebensweg. Ursprünglich stammt Ben Yehuda aus Deutschland und wurde nicht als Jude geboren. Als Jugendlicher besuchte er Jerusalem und war von der Stadt so beeindruckt, dass er sich später intensiv mit dem Judentum beschäftigte, schließlich zum jüdischen Glauben konvertierte und heute in Israel lebt.

Im anschließenden Gespräch nutzten die Schülerinnen und Schüler die seltene Gelegenheit, einem Referenten direkt aus Jerusalem Fragen zu stellen. Dabei ging es unter anderem um die Kippa, um die Bedeutung des Weins beim Schabbat, um die Feier der Bar Mizwa sowie um jüdische Speisevorschriften. Anhand eines kleinen Quiz erklärte der Referent beispielsweise, warum ein Hamburger nach den jüdischen Speisegesetzen erlaubt ist, ein Cheeseburger jedoch nicht, da im Judentum Fleisch und Milchprodukte strikt getrennt voneinander verzehrt werden.

Besonders interessant fanden viele Schülerinnen und Schüler auch die Information, dass Israel der einzige jüdische Staat der Welt ist und flächenmäßig etwa so groß wie das Bundesland Hessen.

Gerade in der heutigen Zeit besitzt ein solcher Austausch eine besondere Bedeutung. Durch die direkte Begegnung mit einem jüdischen Referenten konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur religiöse Traditionen kennenlernen, sondern auch Vorurteile abbauen und ein besseres Verständnis für jüdisches Leben entwickeln. Solche Begegnungen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Antisemitismus entgegenzuwirken und ein respektvolles Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen zu stärken – ein zentrales Anliegen des Ethikunterrichts.

Zum Abschluss der Veranstaltung verabschiedeten sich die Klassen persönlich von ihrem Referenten in Jerusalem. Anschließend entstand noch ein gemeinsames Gruppenfoto mit den Klassen 5aF und 6cF sowie Schulleiter Herrn Maienschein, das diesen besonderen Austausch in Erinnerung hält.

Jun & Esr